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3.7.1 Regeneration | el-IPH · Skript Allgemeinpathologie
 
UniHD


3.7.1 Regeneration


Ausdifferenzierte Zellen und Gewebe können je nach ihrem Regenerationspotential in folgende drei Gruppen unterteilt werden:

  • Wechselgewebe mit guter Regenerationsfähigkeit: Typisches Beispiel hierfür sind Oberflächenepithelien, die ständig Zellen abstoßen und sich aus tieferen Schichten regenerieren. Zu den Wechselgeweben gehört auch das blutbildende Knochenmark.
  • Dauergewebe mit stabilen Zellpopulationen: Dieses Gewebe teilt sich unter physiologischen Bedingungen nur langsam. Hepatozyten und tubuläre Nierenepithelien sind Beispiele hierfür.
  • Ruhegewebe: Dazu gehören Nervenzellen und quergestreifte Muskulatur. Diese Zellen werden als permanent angesehen, da sie sich nicht wirksam regenerieren können.

Stammzellen

Der Ersatz differenzierter Zellen, die durch Zellschädigungen oder durch Zellalterung verloren gehen, erfolgt aus dem Stammzellpool der jeweiligen Zellpopulation. Bei der mitotischen Teilung einer Stammzelle behält die eine Tochterzelle die Stammzelleigenschaften und die zweite Tochterzelle differenziert entsprechend dem Funktionszustand des Gewebes. Stammzellen finden sich oft in einem besonderen Kompartiment der Gewebe, z.B. in der Epidermis im Stratum basale oder in der Darmschleimhaut am Grund der Krypten. Die Regenerationsfähigkeit eines Gewebes ist abhängig von der Integrität der Stammzellpopulation. Stammzellen sind z.B. besonders anfällig für Strahlenschäden. Bei ihrem Verlust wird die Regenerationsfähigkeit des Gewebes beeinträchtigt. Zudem kann bei Mutationen im Stammzellpool das Risiko einer neoplastischen Transformation der Tochterzellen steigen.

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 12.07.2024